25 JAHRE ARZBERGER SCHAUBERGWERK

14. Juli 2020 by Silke Leitner

Vor 25 Jahren wurde in Arzberg das Schaubergwerk der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und hat seither einen wichtigen Beitrag für Tourismus und Forschung, aber auch den Erhalt der Tradition geleistet. Mit einem feierlichen Festakt und anschließendem Tag der offenen Tür mit vielen Attraktionen wurde dieses Jubiläum gebührend gefeiert.  

Arzberg und der Bergbau waren immer eng miteinander verbunden. Schon der Name „Arzberg“ weist auf seine ursprüngliche Bedeutung als Bergwerksort hin. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte hier der Bergbau eine sehr wechselhafte Geschichte. Seine Blüte erreichte er im 18. Jahrhundert, als bis zu 130 Knappen beschäftigt waren. Im Jahre 1927 wurde der Betrieb endgültig eingestellt.

Auf Initiative von Dr. Leopold Weber und unter Einsatz des damaligen Bürgermeisters Josef Winter  entstand vor 25 Jahren die Idee, aus den alten, noch sehr gut erhaltenen Bergwerksstollen einen Schau- und Lehrstollen zu errichten und im April 1995 konnte die feierliche Eröffnung gefeiert werden. Insgesamt besuchten in den 25 Jahren über 80.000 Gäste aus aller Welt das Arzberger Schaubergwerk, um in die geheimnisvolle Welt der Bergleute unter Tage einzutauchen und die oft mühevollen Methoden der Erzgewinnung kennenzulernen. Auch Hochschulen dient es als Lehrobjekt, um die Bildungs-Bedingungen und den geologischen Werdegang von Lagerstätten studieren zu können. Zudem wurde hier die erste und bis heute einzige Erdbebenmessstation der Steiermark errichtet, die bis heute verlässlich seismische Daten aus aller Welt sammelt und an die Zentralanstalt in Wien weiterleitet. In den Jahren 2006/2007 wurde von Franz Möstl in einem Seitenstollen probeweise mit der Käsereifung gestartet. Es war so erfolgreich, dass 2009 ein eigener Stollen für die Käsereifung errichtet wurde, in dem seither der preisgekrönte Almenland Stollenkäse zu seiner Vollendung reift. Außerdem können interessierte Besucher bei einer gemütlichen Wanderung auf dem neu gestalteten Montanlehrpfad Wissenswertes über Geologie und Bergbau in der Region erfahren.

Anlässlich des 25-jährigens Bestandsjubiläums hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen: Der Knappenverein Arzberg unter Obmann OSR Otto Schinnerl und mit Hilfe von Dr. Leopold Weber hat in Zusammenarbeit mit dem Universalmuseum Joanneum und der Geologischen Bundesanstalt Wien eine umfangreiche Sonderausstellung zum Thema „Historischer und aktiver Bergbau in der Region Almenland“ konzipiert. Neben einer großen Schaukarte mit den Lagerstätten und Bergbauorten sowie deren Steckbriefen gibt es auch viele Originalschaustücke der abgebauten Erze und Mineralien zu sehen. Erstmals ausgestellt ist ein 5.000 Jahre altes Steinbeil aus der Jungsteinzeit, das in den 1940-er Jahren am Goller gefunden wurde. Daneben finden sich auch noch einige archäologische Fundstücke aus alten Bergbaugebieten. Passend zur Ausstellung wurde ein interessantes Begleitbuch erstellt, das eine ausführliche Dokumentation des Bergwerksgeschehens  im gesamten Almenland beinhaltet. Die Ausstellung dauert bis Ende 2022 und kann zu den Öffnungszeiten des Schaustollens besucht werden bzw. für Gruppen gegen Voranmeldung. Auch das Schaubergwerk hat für das Jubiläumsjahr einige Neuerungen zu bieten. Der Pulverturm als besonders wertvolles historisches Gebäude wird nun in die Führung integriert und man kann in einem Schauraum die Herstellung des Schwarzpulvers kennenlernen. Es gibt auch die Möglichkeit, Abenteuerführungen in den Tiefbau zu buchen, wo man in besonders alten Teilen des Stollens das Ergebnis der Arbeit der Bergleute sehen kann. Auch wurden neue Lichteffekte installiert, zusätzliche akustische Simulationen und diverse Ausstellungsobjekte, die die Arbeitswelt der Bergknappen noch anschaulicher präsentieren. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall. Weitere Informationen über den Schaustollenbetrieb, Führungen usw. gibt es online unter www.arzberg.at.

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